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Archive for the ‘Vielfalt’ Category

Exkursion zum Xiaolongshan Mountain in der Gansu Province

Dienstag, Juni 22nd, 2010
Ab jetzt gehts zu Fuß weiter...

Ab jetzt gehts zu Fuß weiter...

Die erste große Exkursion führte uns am Morgen des 18.Juni zum Xiaolongshan Mountain in den Quinling Mountains. Die Quinling Mountains sind ein Bergmassiv, das sich mit 800 km Länge und 400 km Breite im Süden der Shaanxi Provinz erstreckt. Mit einer Höhe von bis zu 3767 m fungiert es als natürliche Grenze zwischen dem Norden und Süden des Landes und ist mit weltweit einzigartigen Tier- und Pflanzenarten eine wahre Schatzkammer der Biodiversität. Das Areal beheimatet mehr als 3000 bis jetzt dokumentierte Pflanzenarten, darunter auch den Ginkgobaum. Neben der fünftgrößten Panda-Population bietet das Gebiet auch eine erstaunliche Vielfalt an Faltern.

2 Bläulinge machen es sich gemütlich

2 Bläulinge machen es sich gemütlich

Ziel war es, zwei der Tagfalter-Monitoring Transektstrecken von Dr. Xiushan Li kennenzulernen. Circa 80 Arten hat Dr. Li dort in den vergangenen Jahren regelmäßig gezählt und wir durften einen Teil der dortigen Schmetterlingsvielfalt bei schönstem Sommerwetter in Augenschein nehmen. Audiobeitrag 1.Exkursion

Die Teilnehmer begutachten einen Fund

Die Teilnehmer begutachten einen Fund

Bläulinge oder Eisvögel in einer Häufigkeit, wie sie in Deutschland selten anzutreffen sind, aber auch viele Arten, welche die meisten von uns vorher noch nicht gesehen hatten, da sie bei uns in Deutschland oder Europa nicht vorkommen. Zum Beispiel verschiedene Edelfalter-Arten der Gattung Neptis oder schwarz gefärbte Schwalbenschwanz-Verwandte. Besonders beeindruckend war für einige von uns das Massenvorkommen von Baumweißlingen (Aporia spec.). Schon die Fahrt von der letzten Ortschaft tiefer in die Berge hinein war begleitet von den im Flug manchmal schwerfällig anmutenden Faltern der Baumweißlinge, dass wir es auf unseren Sitzen im Bus kaum mehr aushalten wollten. Endlich stoppte der Bus, es konnte zu Fuß weitergehen und die Falter aus nächster Nähe betrachtet werden. Der Weg führte uns die meiste Zeit entlang eines kleinen Baches am Beginn seiner langen Reise zum Gelben Fluss, an dessen nassen Ufern sich tausende Schmetterlinge niedergelassen hatten, um mit ihren Saugrüsseln etwas Feuchtigkeit aus dem sandigen Boden zu ziehen. Ununterbrochen gesellten sich neue Falter hinzu oder verließen andere die Ansammlungen, wovon es entlang des Baches oder an kleinen Pfützen am Weg so einige gab. Für uns Deutsche war das v.a. deshalb so faszinierend, weil der Baumweißling (Aporia crataegi), der in ganz Eurasien heimisch ist, in Deutschland nur noch selten anzutreffen ist. Konnten noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts auch bei uns regelmäßig ähnliche Ansammlungen an feuchten Stellen beobachtet werden, so ist die Art heute relativ selten anzutreffen. Dieser Schwund kann vielleicht mit den erfolgreichen Bekämpfungsmaßnahmen der Raupen des Falters in Zusammenhang gebracht werden, die damals durchgeführt wurden, um Obstbaumplantagen vor einen Raupenbefall zu schützen. Die Larven der Baumweißlinge ernähren sich hauptsächlich von den Blättern verholzter Rosengewächse (Weißdorn, Schlehe, Obstbäume wie Pflaume oder Kirsche), weshalb sie bei starkem Auftreten der Art zu einem Problem für den Obstanbau werden konnten. Fraßschädlinge aus solch Plantagen herauszuhalten schien damals durchaus sinnvoll zu sein, während heute der zunehmende Verlust von Ackerrandstrukturen wie wegsäumende Hecken oder Streuobstwiesen in unserer heutigen Agrarlandschaft der Art das Überleben schwer macht. Auch das zunehmende Fehlen von ungeteerten Feld- und Waldwegen ließ die Anzahl geeigneter Saugstellen – speziell Wasserpfützen in kleinen Schlaglöchern – zurückgehen.Video Massenansammlung von Baumweißlingen

Massenansammlungen von Aporia crataegi und Aporia largeteaui

Massenansammlungen von Aporia crataegi und Aporia largeteaui

Tief beeindruckt von der Artenvielfalt und Anzahl der beobachteten Schmetterlinge machten wir uns mit dem Einbruch der Dunkelheit auf den Rückweg.

Auf der Fahrt zurück zum Hotel erwartete uns aber noch eine handfeste Überraschung.  Während besonders die männlichen Exkusionsteilnehmer über den Verlauf der gerade in Südafrika stattfindenden Fussball Weltmeisterschaft mutmaßten,  bot sich uns in der Stadt Baoji plötzlich ein einzigartiger Anblick. Eine überdimensionale Videoleinwand, Liveübertragung der Partie Deutschland-Serbien und Volksfeststimmung mitten in China!

Public Viewing - mitten in China

Public Viewing - mitten in China

Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos. Es war ein einmaliges Erlebnis, wie die chinesischen Fans bei jeder Aktion der deutschen Spieler mitfieberten, ja richtig, die Sympathien lagen eindeutig auf der Seite der deutschen Mannschaft. Leider hatte die serbische Mannschaft etwas gegen einen Sieg der deutschen Mannschaft und so blieb ein kleiner Wermutstropfen bei diesem tollen Erlebnis. Mit dem Bewusstsein, eine neue Facette der chinesischen Bevölkerung kennengelernt zu haben, kamen wir gegen Mitternacht im Hotel an. Audiobeitrag Fußball in Baoji

Mitfiebern

Mitfiebern

Medien-Echo – Resonanz auf den 1. “LepiPub”Workshop

Freitag, September 18th, 2009
Die Exkursion fand unter großem Medieninteresse statt
Der Workshop fand unter großem Medieninteresse statt

Der 1. LepiPub Workshop in Leipzig wurde durch reges Medieninteresse begleitet. Unter der Rubrik Medienecho, wollen wir Ihnen eine Auswahl von Links zu Beiträgen um und über den 1. Workshop bereitstellen.

Polygonia c-aureum (Hunhong Li)
Polygonia c-aureum (Hunhong Li)

Medienresonanz

Deutsch-Chinesischer Workshops zur Zukunft von Schmetterlingen

(Stand: 18.08.09)

Chinesische Schmetterlingsexperten besuchen Altenburg

MDR-Fernsehen – 11.08.09

http://www.mdr.de/hier-ab-vier/

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Chinesen suchen Schmetterlinge in Sachsen. Binationales Projekt zum Schutz der Falter

Deutschlandfunk (Umwelt und Verbraucher) – 12.08.09 12:35

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1015544/

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/08/12/dlf_20090812_1146_788e9d78.mp3

mehr Information

Zweiter Workshoptag – Impressionen

Mittwoch, August 12th, 2009
Einführung zur Exkursion durch Dipl.Ing.(FH) Jens Kipping

Einführung zur Exkursion durch Dipl.Ing.(FH) Jens Kipping

Der zweite Workshoptag, ganz im Zeichen der ersten Exkursion, führte die Teilnehmer in die Gegend von Altenburg (Sachsen_Anhalt). Audio-Beitrag “Ankommen in Windischleuba” (klicken zum abspielen) Die im Altenburger Land liegenden FFH-Gebiete Haselbacher Teiche und Pleißeaue“ und „Pleißewiesen Windischleuba“ mit Beständen des Großen Wießenknopfes (Sanguissorba officinales) bieten Lebensraum für Vorkommen der gefährdeten Wiesenknopf-Ameisenbläulingsarten Phengaris(Maculinea) nausithous und P. teleius. Seit den 1970er-Jahren sind die Bestände der beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulingsarten rückgängig, so dass mittlerweile eine kritische Grenze erreicht ist. Der Bestand des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings Maculinea

teleius war 2005 noch das individuenreichste der drei in Thüringen existierenden Vorkommen.

Die Exkursion fand unter großem Medieninteresse statt

Die Exkursion fand unter großem Medieninteresse statt

Die seit über zehn Jahren bestehende Wirtschaftsweise auf den Wiesenflächen und die vor allem in den 1980er-Jahren reduzierte Ausstattung an Strukturen verursachen die permanente Verringerung der Populationsstärken, so dass eingeschätzt wird, dass M. teleius derzeit kurz vor dem Aussterben steht. Maßnahmen der Bestandserhaltung sind nach Auffassung der mit den Populationen beschäftigten Experten (Mauritianum Altenburg, TLUG) nur durch eine Verbesserung des Lebensraumzustandes möglich. Dazu gehören zum einen Nutzungsänderungen, aber vor allem auch landschaftsbauliche Maßnahmen, wie Vernässungen und Strukturbereitstellung.

Einführung und Vorstellung des Standortes

Einführung und Vorstellung des Standortes

Dipl.-Ing. (FH) Jens Kipping vom Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg und Projektleiter ENL-Projekt Pleißeaue Altenburger Land gab eine Einführung zum Standort und leitete die Teilnehmer über die Wiesen. Die Witterungsverhältnisse am Exkursionstag konnten leider nicht als ideal bezeichnet werden, so dass, bedingt durch starken Regenfälle der voran gegangenen Nacht, sehr wenige Ameisenbläulinge zu sehen waren. Audio-Beitrag “Endlich! Ein Wiesenknopf Ameisenbläuling” (klicken zum abspielen)

Geduldige Suche nach den ersten Bläulingen

Geduldige Suche nach den ersten Bläulingen

Phengaris nausithous auf Großem Wiesenknopf

Phengaris nausithous auf Großem Wiesenknopf

Die intensive Suche sollte aber letztlich doch vom Erfolg gekrönt sein.

Nach dem Besuch des Untersuchungsgebietes „Pleißewiesen Windischleuba“, welches unter großem Medieninteresse stattfand, folgte ein Besuch des Naturkundemuseums Mauritianum Altenburg statt. Hier hatten die Besucher die Möglichkeit einen Teil der entomologischen Sammlung zu besichtigen.

Audio-Beitrag “Resümé” (klicken zum abspielen)

Der erste Fund!

Der erste Fund!

Teil der entomologischen Sammlung des Mauritianums

Teil der entomologischen Sammlung des Mauritianums

Ein weiteres Ziel des zweiten Tages war ein Besuch des Asisi Panometers in Leipzig um die „AMAZONIEN“ 360° Panoramaausstellung zu besichtigen. Die Vielschichtigkeit der Natur mit ihren ineinander greifenden Mechanismen faszinierte auch den Naturforscher Alexander von Humboldt. Zeit seines Lebens wollte der 1769 im Schloss Tegel bei Berlin geborene Humboldt die Natur in ihrer Gesamtheit darstellen. Ganz bewusst hat sich Yadegar Asisi deshalb dafür entschieden, seine neue Panoramaausstellung AMAZONIEN als Hommage an den großen Preußen zu gestalten. Beim Ausstellungsort handelt es sich um ein historisches Gasometer. Es misst monumentale 100 Meter Länge und 30 Meter Höhe. Wie ist es, vor einem 25 Meter hohen Baum zu stehen? Wie verbringt eine Ameise ihren Tag im Urwald?

Führung Asisi Panometer Leipzig "AMAZONIEN"

Führung Asisi Panometer Leipzig "AMAZONIEN"

Falterpräparate Asisi Panometer Leipzig "AMAZONIEN"

Falterpräparate Asisi Panometer Leipzig "AMAZONIEN"

Wie sieht eigentlich eine tropische Stechmücke aus, und welche Persönlichkeiten haben bislang das Amazonasgebiet erforscht? Die begleitende Ausstellung zu AMAZONIEN gibt Antworten auf diese und weitere Fragen. Auf anschauliche Weise werden in den 8 Abteilungen das Ökosystem, seine Biodiversität, das Tarnen und Täuschen der Insekten sowie die Blütenwelt erlebbar gemacht.

Asisi Panometer Leipzig "AMAZONIEN"

Asisi Panometer Leipzig "AMAZONIEN"