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Archive for Juni, 2010

International Forum on Biodiversity Monitoring in Nanjing

Dienstag, Juni 29th, 2010
Begrüßung zum Forum

Begrüßung zum Forum

Am 21. und 22. Juni 2010 fand das „International Forum on Biodiversity Monitoring“ in Nanjing statt. Professor Haigen Xu vom Nanjing Institute of Environmental Sciences (NIES) und das Chinesische Ministerium für Umweltschutz hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen. Nach einführenden Worten von Mr. Gunagqing Zhu vom Umweltministerium, PD Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und Prof. Zhenning Gao, dem Generaldirektor des Institutes für Umweltwissenschaften wurden alle Teilnehmer des Forums zu einem Gruppenfoto geladen.

Übergabe des Atlas of Biodiversity Risk

Übergabe des Atlas of Biodiversity Risk

Zum Staunen der europäischen Gäste standen auf einem Platz vor dem Gebäude bereits Stühle mit den Namen der Forumsteilnehmer bereit und am Abend hielt jeder Teilnehmer ein eingeschweißtes Gruppenfoto mit Titel und Datum der Veranstaltung in den Händen. Am ersten Tag standen neben den Vorträgen der europäischen Gäste ein Vortrag zum Biodiversitätsmonitoring chinesischer Wälder und ein Vortrag über ein genetisches Monitoring der Panda-Populationen auf dem Programm. Am Abend klang der Tag bei einem großen chinesischen Abendessen in einem Restaurant in der Innenstadt von Nanjing aus. Am zweiten Tag der Veranstaltung stellte Professor Haigen Xu  „China´s progress toward 2010 biodiversity target“ vor und anschließend ging die Veranstaltung aufgrund der zahlreichen Vortragsanmeldungen in zwei parallelen Sessions weiter. In interessanten Vorträgen erfuhren wir mehr über besondere Arten wie den Schneeleoparden oder die Goldstumpfnase (Golden monkey, eine endemische Affenart) sowie das Monitoring einzelner Tiergruppen (Amphibien, Rastvögel in Tibet etc.). Das interessante und abwechslungsreiche Programm wurde simultan übersetzt, so dass sowohl die europäischen Gäste als auch die chinesischen Gastgeber allen Beiträgen problemlos folgen konnten. Die Veranstalter hatten ein Papier vorbereitet, über dessen Inhalt zum Abschluss des Forums diskutiert wurde. Als Ergebnis der Diskussion wurde nun die „Nanjing declaration“ an das chinesische Umweltministerium übergeben, in der die Notwendigkeit eines landesweiten Biodiversitätsmonitorings aufgezeigt und Ziele zum Erreichen des Erhaltes der Biodiversität formuliert wurden. Audiobeitrag Atlas of Biodiversity Risk

Angeregte Fachgespräche in der Vortragspause

Angeregte Fachgespräche in der Vortragspause

Weiterreise nach Nanjing und Besuch der Terrakottaarmee

Donnerstag, Juni 24th, 2010
Beeindruckende Außenanlage der Terrakottaarmee

Beeindruckende Außenanlage der Terrakottaarmee

Am 20.06.2010, der Tag der Weiterreise zu unserer zweiten Station in Nanjing gestaltete sich mal ganz un-lepidopterologisch. Stattdessen gab es Kultur pur und das von beeindruckenster Art. Nichts weniger als die berühmte Terrakottaarmee von Xian aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., die erst Mitte der 70er Jahre von einem nach Wasser bohrenden Bauern entdeckt wurde, war unser touristisches Ziel. Wasser hat der Bauer damals nicht gefunden, dafür aber eine Sensation, die auch alsbald von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Terrakottaarmee, bestehend aus mehreren tausend überlebensgroßen Figuren, sollte das Kaisergrab des Reichseinigers schützen und vor Angriffen verteidigen. Das eigentlich beeindruckende an dieser kulturellen Höchstleistung des gleichermaßen genialen wie größenwahnsinnigen Kaisers ist, dass jeder dieser ungefähr 8000 Krieger andere Gesichtszüge hat.

Erster Teil der Terrakottaarmee

Erster Teil der Terrakottaarmee

Keine Kriegerfigur gleicht der anderen. Es sind lange nicht alle Figuren freigelegt. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die farbenfrohe Bemalung der Krieger an der Luft schnell verlorengeht und bisher keine Methode gefunden wurde, die Bemalung an der Luft zu konservieren, sind die weiteren Ausgrabungen eingestellt wurden. Nun wird daran geforscht, die Farberhaltung zu gewährleisten. Erst, wenn das gelungen ist, sollen die Ausgrabungen weitergehen. Gerne hätten wir mehr Zeit in dieser einmaligen Kulturstätte verbracht, doch die Zeit drängte, auf unserem ehrgeizigen touristischen Programm stand ja noch die Altstadt von Xian.

Blick über Xian

Blick über Xian

Xian, im 6. Jahrhundert n. Chr. gegründet, war einst die mit etwa 1 Mio. Einwohnern vielleicht größte Stadt der damaligen Welt und ein wichtiger Handelsknotenpunkt an der Seidenstraße. Die Altstadt ist noch heute von einer festungsartigen 12 m hohen, circa 10 m breiten und 13 km langen imposanten Mauer umgeben.

Man kann sich auf der Mauer Fahrräder leihen und eine Rundfahrt machen und hat von oben eine tolle Sicht. Am Abend dann der Weiterflug nach Nanjing, zum Internationalen Forum für Biodiversitäts-Monitoring.

Auf der alten Stadtmauer von Xian

Auf der alten Stadtmauer von Xian

2. Expedition in die Quinling Mountains und (fast) ein Treffen mit Pandas

Donnerstag, Juni 24th, 2010
Die Untersuchungsflächen liegen in malerischer Landschaft

Die Untersuchungsflächen liegen in malerischer Landschaft

Am 4. Tag unseres Aufenthaltes in China stand eine weitere Exkursion in die Qinling-Berge (Ningshan County) auf dem Programm.  Um 8 Uhr morgens warteten bereits die beiden Kleinbusse vor der Tür, um uns zu den Studienflächen der Entomologen der Northwest A&F Universität Yanling zu fahren. Die Busfahrt führte zunächst auf kleinen Strassen durch die Vororte von Yanling, vorbei an kleinen Bauernhöfen, Kiwiplantagen und Feldern. Nach ca. 30 Minuten erreichten wir die Autobahn und auf gut ausgebauten Strassen ging es dann weiter in die Berge hinein. Unsere chinesischen Begleiter Dr. Xiushan Li und Dr. Suqin Shang berichteten, dass die Fahrt in die Berge noch vor wenigen Jahren sehr beschwerlich und langwierig war. Es gab nur unbefestigte Strassen und in Serpentinen ging es bergauf und bergab. Seit ca. einem Jahr ist nun die neue Strasse fertig gestellt und dank zahlreicher Tunnel sind nur wenige Steigungen zu bewältigen. Höhepunkt der baulichen Meisterleistung ist ein 20 km langes Tunnelsystem aus mehreren, fast direkt aneinander anschließenden Tunneln. Nach etwa 2 Stunden Fahrt waren wir mitten in den Bergen und auf großen Hinweisschildern am Straßenrand waren Pandas zu sehen – wir befanden uns mitten in einem Schutzgebiet für Pandas.

Kurze Pause während der Exkursion

Kurze Pause während der Exkursion

Nach insgesamt 4 Stunden Busfahrt hatten wir endlich unser Ziel erreicht und auf einem schmalen Wanderweg ging es hinauf in die Berge. Der Weg führte zunächst durch Laubwald und endete in einer Höhe von ca. 2300 Metern auf einer grasigen Hochfläche. Audiobeitrag Der Aufstieg

Die grasige Hochfläche war das Ziel unserer Exkursion

Die grasige Hochfläche war das Ziel unserer Exkursion

Mit Netzen bewaffnet, machten sich die Schmetterlingsexperten sofort auf die Suche, doch im Gegensatz zum Vortag flogen hier nur wenige Falter. Die Schönheit der Umgebung machte den Mangel an Schmetterlingen allerdings wett. Entlang des Weges standen immer wieder kleine Bestände von Bambus, der Nahrung der Pandabären, so dass wir fast erwarteten, den schwarz-weißen Bären hinter einem Busch zu begegnen (was leider nicht der Fall war). Jedes Jahr fahren Studenten der Northwest A&F Universität Yanling im Sommer mindestens einmal pro Woche zu dieser Untersuchungsfläche und lernen die Grundlagen der Freilandökologie.

Beschwerlicher Abstieg

Beschwerlicher Abstieg

Unbekannter Dickkopffalter

Unbekannter Dickkopffalter

Aber plötzlich machte sich Aufregung breit, Mark Frenzel hatte einen fremdartigen Falter gefangen. Die chinesischen Kollegen waren erstaunt, so ein Exemplar haben sie noch nie gesehen. Die erste Einschätzung, ein Dickkopffalter. Eine nähere Bestimmung war zunächst nicht möglich, weder die deutschen noch die chinesischen Forscher haben so einen Schmetterling je gesehen. Wir sind auf weitere Erkenntnisse gespannt. Nach einer langen Rückfahrt klang der Abend bei einem großen Abendessen in Yanling aus. Professor Yalin Zhang hatte seine Gäste zum Abschied in eines der besten Restaurants der Stadt zu einem traditionellen Essen eingeladen.

Abschiedsdinner in Yangling

Abschiedsdinner in Yangling

Exkursion zum Xiaolongshan Mountain in der Gansu Province

Dienstag, Juni 22nd, 2010
Ab jetzt gehts zu Fuß weiter...

Ab jetzt gehts zu Fuß weiter...

Die erste große Exkursion führte uns am Morgen des 18.Juni zum Xiaolongshan Mountain in den Quinling Mountains. Die Quinling Mountains sind ein Bergmassiv, das sich mit 800 km Länge und 400 km Breite im Süden der Shaanxi Provinz erstreckt. Mit einer Höhe von bis zu 3767 m fungiert es als natürliche Grenze zwischen dem Norden und Süden des Landes und ist mit weltweit einzigartigen Tier- und Pflanzenarten eine wahre Schatzkammer der Biodiversität. Das Areal beheimatet mehr als 3000 bis jetzt dokumentierte Pflanzenarten, darunter auch den Ginkgobaum. Neben der fünftgrößten Panda-Population bietet das Gebiet auch eine erstaunliche Vielfalt an Faltern.

2 Bläulinge machen es sich gemütlich

2 Bläulinge machen es sich gemütlich

Ziel war es, zwei der Tagfalter-Monitoring Transektstrecken von Dr. Xiushan Li kennenzulernen. Circa 80 Arten hat Dr. Li dort in den vergangenen Jahren regelmäßig gezählt und wir durften einen Teil der dortigen Schmetterlingsvielfalt bei schönstem Sommerwetter in Augenschein nehmen. Audiobeitrag 1.Exkursion

Die Teilnehmer begutachten einen Fund

Die Teilnehmer begutachten einen Fund

Bläulinge oder Eisvögel in einer Häufigkeit, wie sie in Deutschland selten anzutreffen sind, aber auch viele Arten, welche die meisten von uns vorher noch nicht gesehen hatten, da sie bei uns in Deutschland oder Europa nicht vorkommen. Zum Beispiel verschiedene Edelfalter-Arten der Gattung Neptis oder schwarz gefärbte Schwalbenschwanz-Verwandte. Besonders beeindruckend war für einige von uns das Massenvorkommen von Baumweißlingen (Aporia spec.). Schon die Fahrt von der letzten Ortschaft tiefer in die Berge hinein war begleitet von den im Flug manchmal schwerfällig anmutenden Faltern der Baumweißlinge, dass wir es auf unseren Sitzen im Bus kaum mehr aushalten wollten. Endlich stoppte der Bus, es konnte zu Fuß weitergehen und die Falter aus nächster Nähe betrachtet werden. Der Weg führte uns die meiste Zeit entlang eines kleinen Baches am Beginn seiner langen Reise zum Gelben Fluss, an dessen nassen Ufern sich tausende Schmetterlinge niedergelassen hatten, um mit ihren Saugrüsseln etwas Feuchtigkeit aus dem sandigen Boden zu ziehen. Ununterbrochen gesellten sich neue Falter hinzu oder verließen andere die Ansammlungen, wovon es entlang des Baches oder an kleinen Pfützen am Weg so einige gab. Für uns Deutsche war das v.a. deshalb so faszinierend, weil der Baumweißling (Aporia crataegi), der in ganz Eurasien heimisch ist, in Deutschland nur noch selten anzutreffen ist. Konnten noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts auch bei uns regelmäßig ähnliche Ansammlungen an feuchten Stellen beobachtet werden, so ist die Art heute relativ selten anzutreffen. Dieser Schwund kann vielleicht mit den erfolgreichen Bekämpfungsmaßnahmen der Raupen des Falters in Zusammenhang gebracht werden, die damals durchgeführt wurden, um Obstbaumplantagen vor einen Raupenbefall zu schützen. Die Larven der Baumweißlinge ernähren sich hauptsächlich von den Blättern verholzter Rosengewächse (Weißdorn, Schlehe, Obstbäume wie Pflaume oder Kirsche), weshalb sie bei starkem Auftreten der Art zu einem Problem für den Obstanbau werden konnten. Fraßschädlinge aus solch Plantagen herauszuhalten schien damals durchaus sinnvoll zu sein, während heute der zunehmende Verlust von Ackerrandstrukturen wie wegsäumende Hecken oder Streuobstwiesen in unserer heutigen Agrarlandschaft der Art das Überleben schwer macht. Auch das zunehmende Fehlen von ungeteerten Feld- und Waldwegen ließ die Anzahl geeigneter Saugstellen – speziell Wasserpfützen in kleinen Schlaglöchern – zurückgehen.Video Massenansammlung von Baumweißlingen

Massenansammlungen von Aporia crataegi und Aporia largeteaui

Massenansammlungen von Aporia crataegi und Aporia largeteaui

Tief beeindruckt von der Artenvielfalt und Anzahl der beobachteten Schmetterlinge machten wir uns mit dem Einbruch der Dunkelheit auf den Rückweg.

Auf der Fahrt zurück zum Hotel erwartete uns aber noch eine handfeste Überraschung.  Während besonders die männlichen Exkusionsteilnehmer über den Verlauf der gerade in Südafrika stattfindenden Fussball Weltmeisterschaft mutmaßten,  bot sich uns in der Stadt Baoji plötzlich ein einzigartiger Anblick. Eine überdimensionale Videoleinwand, Liveübertragung der Partie Deutschland-Serbien und Volksfeststimmung mitten in China!

Public Viewing - mitten in China

Public Viewing - mitten in China

Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos. Es war ein einmaliges Erlebnis, wie die chinesischen Fans bei jeder Aktion der deutschen Spieler mitfieberten, ja richtig, die Sympathien lagen eindeutig auf der Seite der deutschen Mannschaft. Leider hatte die serbische Mannschaft etwas gegen einen Sieg der deutschen Mannschaft und so blieb ein kleiner Wermutstropfen bei diesem tollen Erlebnis. Mit dem Bewusstsein, eine neue Facette der chinesischen Bevölkerung kennengelernt zu haben, kamen wir gegen Mitternacht im Hotel an. Audiobeitrag Fußball in Baoji

Mitfiebern

Mitfiebern

International Forum on Butterfly Biodiversity Monitoring in Yangling

Dienstag, Juni 22nd, 2010

Am 17. Juni fand das “International Forum on Butterfly Biodiversity Monitoring” an der Northwest A&F University in Yangling statt. Prof.Dr. Yalin Zhang und PD Dr. Josef Settele eröffneten am Morgen des 17. Juni das Forum. Bei der Eröffnungszeremonie wurde der vor wenigen Wochen erschienene  Atlas of Biodiversity Risk übergeben und durch Josef Settele vorgestellt. Ein Highlight der Eröffnungszeremonie war die Würdigung des Engagements von Dr. Xiushan Li für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit. Ihm zu Ehren wurde die im Rahmen von LepiPub im Süden von China  entdeckte neue Ameisenbläulingsart Phengaris xiushani benannt, was mit „Xiushan’s Ameisenbläuling“ übersetzt werden kann. Da die Übersetzung von Xiushan “Schöner Berg” bedeutet und der Schmetterling in den Bergen vorkommt, passt dieser Name in doppelter Hinsicht. Sie ist die erste bekannte Art aus der Gruppe der Ameisenbläulinge, die in Bergwäldern vorkommt. Im ersten Vortrag „From Biodiversity Monitoring to Risk Assessment – the newly published Atlas of Biodiversity Risk“ ging Josef Settele näher auf Inhalte und Ansätze des Atlas ein.

Überreichung des Atlas of Biodiversity Risk

Überreichung des Atlas of Biodiversity Risk

Der Atlas kombiniert die Hauptergebnisse des großen EU-Forschungsprojektes ALARM (68 Partner aus 35 Ländern in Europa und Übersee) mit einigen Kernergebnissen aus zahlreichen anderen Forschungsnetzwerken. Insgesamt haben 366 Autoren aus über 180 Institutionen in 43 Ländern zu dem 280 Seiten starken Atlas beigetragen. Er ist der erste seiner Art, der die Hauptfaktoren zusammenfasst, die zum Verlust der Artenvielfalt auf europäischer und globaler Ebene führen. Die Hauptrisiken sind der globale Klima- und Landnutzungswandel und die Umweltverschmutzung. Besonders relevant ist dabei der Verlust an Bestäubern und der Einfluss biologischer Invasionen, die gesondert hervorgehoben werden. Die Auswirkungen und Konsequenzen des Biodiversitätsverlustes werden in dem Werk mit einem starken Fokus auf sozioökonomische Faktoren und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft beschrieben. “Uns sollte klar sein, dass nicht eine einzelne politische Maßnahme die Artenvielfalt retten wird, sondern dass eine systematische Überprüfung aller Politikfelder notwendig ist, die die Biodiversität betreffen”, betont Josef Settele als Leiter des Herausgeberteams des Atlas. “Forschungsergebnisse sollten daher genutzt werden, um Programme kontinuierlich zu aktualisieren und Politiken nachhaltig weiter zu entwickeln.

Beitrag zu Kryptischen Artbildung

Beitrag zu Kryptischen Artbildung

Nachdem Elisabeth Kühn das deutsche Monitoringsystem vorgestellt hatte, gab Dr. Mark Frenzel einen Überblick über TERENO. TERENO steht für „Terrestrial Environmental Observatories“. Die Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft, zielt auf die Schaffung einer Beobachtungsplattform, die verschiedene terrestrische Observatorien in unterschiedlichen Regionen verbindet. 2008 wurden 3 Observatorien errichtet. Die Errichtung eines vierten Observatoriums ist in der Diskussion. Diese Observatorien liefern kontinuierlich räumlich und zeitlich erfasste Daten, die helfen, die Abweichungen von aktuellen Modellen zu erkennen. Die Kernpunkte sind dabei

* Beobachtung und Studium des Langzeiteinflusses des globalen Klimawandels, von Landnutzungsänderungen, sozio-ökonomischen Entwicklungen und menschlichen Eingriffen auf die terrestrischen Ökosysteme

* Bereitstellung von multi-skaligen und multi-temporalen Langzeitbeobachtungen von Umweltdaten

* Multi-skalige Analyse der Interaktionen und Reaktionen zwischen den Umweltkompartimenten Boden, Vegetation und Atmosphäre

* Entwicklung neuer Modellkonzepte und Scaling-Methoden für die Evaluierung effektiver Parameter, Flüsse und Zustandsgrößen für unterschiedliche Skalen

* Schließung der Skalen-Diskrepanz zwischen Messung, Modell und Management

Dr. Rongjiang Wang bei seiner Präsentation

Dr. Rongjiang Wang bei seiner Präsentation

Rongjiang Wang von der Universität Peking stellte den Inhalt seiner Forschung zum Thema Habitatauswahl und Partnerwahlstrategien bei Melitaea cinxia, dem Wegerich-Scheckenfalter im Tianshan Gebirge vor. Nach einem Beitrag von Dr. David Roy Audiobeitrag Dr. David Roy zum Schmetterlingsmonitoring in Europa ging Dr. Xiushan Li auf den Einfluss von Habitatveränderungen und Klimatischer Erwärmung auf die Biodiversität und Schmetterlingen in ihrer Rolle als Indikator ein.

Weitere Beiträge von Sylvia Ritter zu Kryptischer Artbildung, Dr. Oliver Schweiger mit einem Beitrag zu Global Change und sich verändernden Interaktionen zwischen Arten und Dr. Reinart Feldmann mit einem Überblick über das Vogelmonitoring beschlossen den ersten Präsentationstag. Beim abendlichen Dinner stimmten sich die Teilnehmer auf den ersten Expeditionstag ein.

Abendliches Dinner

Abendliches Dinner

Start des 3. LepiPub Workshops in Yangling

Mittwoch, Juni 16th, 2010
Eingang zum Schmetterlingsgarten

Eingang zum Schmetterlingsgarten

Wasserfall im Schmetterlingsgarten

Wasserfall im Schmetterlingsgarten

Am heutigen Tag war es nun wieder soweit, große Schatten voraus werfend, begann die vorerst letzte Chinaexkursion im Rahmen des Biodiversitätsprojekts LepiPub. Audiobeitrag Anreise Die besagten „großen Schatten“, nämlich die Entdeckung einer neuen Schmetterlingsart im Rahmen von LepiPub soll in einem Beitrag der kommenden Tage näher beleuchtet werden. Heute, dem 16.06.2010  traf nun die Deutsche Delegation in Yangling ein. Sie startete den Auftakt mit einem Besuch und Informationsaustausch im Northwest A&F University Museum’s Garden in der Yangling HighTech Industrial Demonstration Zone.

Dr. Oliver Schweiger im Entomologischen Museum

Dr. Oliver Schweiger im Entomologischen Museum

Dieser erstaunliche Museumskomplex umfasst 5 eigenständige Museen zu unterschiedlichen Bereichen, das Entomologische Museum, das Zoologische Museum, das Bodenmuseum, das Botanische Museum und das Chinesische Museum zur Landwirtschaftsgeschichte. Audiobeitrag Museumsinsel Ein Highlight ist sicherlich neben dem Kräuter- und Korngarten der Schmetterlingsgarten, ein weitläufiges Areal mit einer artenreichen Auswahl an frei fliegenden Schmetterlingen. Fasziniert aber auch sehr erschöpft ließen die Deutschen mit ihren chinesischen Kollegen beim Eröffnungsdinner den Begrüßungstag ausklingen.