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Exkursion zum Xiaolongshan Mountain in der Gansu Province

Ab jetzt gehts zu Fuß weiter...

Ab jetzt gehts zu Fuß weiter...

Die erste große Exkursion führte uns am Morgen des 18.Juni zum Xiaolongshan Mountain in den Quinling Mountains. Die Quinling Mountains sind ein Bergmassiv, das sich mit 800 km Länge und 400 km Breite im Süden der Shaanxi Provinz erstreckt. Mit einer Höhe von bis zu 3767 m fungiert es als natürliche Grenze zwischen dem Norden und Süden des Landes und ist mit weltweit einzigartigen Tier- und Pflanzenarten eine wahre Schatzkammer der Biodiversität. Das Areal beheimatet mehr als 3000 bis jetzt dokumentierte Pflanzenarten, darunter auch den Ginkgobaum. Neben der fünftgrößten Panda-Population bietet das Gebiet auch eine erstaunliche Vielfalt an Faltern.

2 Bläulinge machen es sich gemütlich

2 Bläulinge machen es sich gemütlich

Ziel war es, zwei der Tagfalter-Monitoring Transektstrecken von Dr. Xiushan Li kennenzulernen. Circa 80 Arten hat Dr. Li dort in den vergangenen Jahren regelmäßig gezählt und wir durften einen Teil der dortigen Schmetterlingsvielfalt bei schönstem Sommerwetter in Augenschein nehmen. Audiobeitrag 1.Exkursion

Die Teilnehmer begutachten einen Fund

Die Teilnehmer begutachten einen Fund

Bläulinge oder Eisvögel in einer Häufigkeit, wie sie in Deutschland selten anzutreffen sind, aber auch viele Arten, welche die meisten von uns vorher noch nicht gesehen hatten, da sie bei uns in Deutschland oder Europa nicht vorkommen. Zum Beispiel verschiedene Edelfalter-Arten der Gattung Neptis oder schwarz gefärbte Schwalbenschwanz-Verwandte. Besonders beeindruckend war für einige von uns das Massenvorkommen von Baumweißlingen (Aporia spec.). Schon die Fahrt von der letzten Ortschaft tiefer in die Berge hinein war begleitet von den im Flug manchmal schwerfällig anmutenden Faltern der Baumweißlinge, dass wir es auf unseren Sitzen im Bus kaum mehr aushalten wollten. Endlich stoppte der Bus, es konnte zu Fuß weitergehen und die Falter aus nächster Nähe betrachtet werden. Der Weg führte uns die meiste Zeit entlang eines kleinen Baches am Beginn seiner langen Reise zum Gelben Fluss, an dessen nassen Ufern sich tausende Schmetterlinge niedergelassen hatten, um mit ihren Saugrüsseln etwas Feuchtigkeit aus dem sandigen Boden zu ziehen. Ununterbrochen gesellten sich neue Falter hinzu oder verließen andere die Ansammlungen, wovon es entlang des Baches oder an kleinen Pfützen am Weg so einige gab. Für uns Deutsche war das v.a. deshalb so faszinierend, weil der Baumweißling (Aporia crataegi), der in ganz Eurasien heimisch ist, in Deutschland nur noch selten anzutreffen ist. Konnten noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts auch bei uns regelmäßig ähnliche Ansammlungen an feuchten Stellen beobachtet werden, so ist die Art heute relativ selten anzutreffen. Dieser Schwund kann vielleicht mit den erfolgreichen Bekämpfungsmaßnahmen der Raupen des Falters in Zusammenhang gebracht werden, die damals durchgeführt wurden, um Obstbaumplantagen vor einen Raupenbefall zu schützen. Die Larven der Baumweißlinge ernähren sich hauptsächlich von den Blättern verholzter Rosengewächse (Weißdorn, Schlehe, Obstbäume wie Pflaume oder Kirsche), weshalb sie bei starkem Auftreten der Art zu einem Problem für den Obstanbau werden konnten. Fraßschädlinge aus solch Plantagen herauszuhalten schien damals durchaus sinnvoll zu sein, während heute der zunehmende Verlust von Ackerrandstrukturen wie wegsäumende Hecken oder Streuobstwiesen in unserer heutigen Agrarlandschaft der Art das Überleben schwer macht. Auch das zunehmende Fehlen von ungeteerten Feld- und Waldwegen ließ die Anzahl geeigneter Saugstellen – speziell Wasserpfützen in kleinen Schlaglöchern – zurückgehen.Video Massenansammlung von Baumweißlingen

Massenansammlungen von Aporia crataegi und Aporia largeteaui

Massenansammlungen von Aporia crataegi und Aporia largeteaui

Tief beeindruckt von der Artenvielfalt und Anzahl der beobachteten Schmetterlinge machten wir uns mit dem Einbruch der Dunkelheit auf den Rückweg.

Auf der Fahrt zurück zum Hotel erwartete uns aber noch eine handfeste Überraschung.  Während besonders die männlichen Exkusionsteilnehmer über den Verlauf der gerade in Südafrika stattfindenden Fussball Weltmeisterschaft mutmaßten,  bot sich uns in der Stadt Baoji plötzlich ein einzigartiger Anblick. Eine überdimensionale Videoleinwand, Liveübertragung der Partie Deutschland-Serbien und Volksfeststimmung mitten in China!

Public Viewing - mitten in China

Public Viewing - mitten in China

Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos. Es war ein einmaliges Erlebnis, wie die chinesischen Fans bei jeder Aktion der deutschen Spieler mitfieberten, ja richtig, die Sympathien lagen eindeutig auf der Seite der deutschen Mannschaft. Leider hatte die serbische Mannschaft etwas gegen einen Sieg der deutschen Mannschaft und so blieb ein kleiner Wermutstropfen bei diesem tollen Erlebnis. Mit dem Bewusstsein, eine neue Facette der chinesischen Bevölkerung kennengelernt zu haben, kamen wir gegen Mitternacht im Hotel an. Audiobeitrag Fußball in Baoji

Mitfiebern

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