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Besuch des Dafeng Naturreservats

Begrüßung im Dafeng Naturreservat

Begrüßung im Dafeng Naturreservat

Am Morgen des 23.Juni verließen wir den Tagungsort in Nanjing und machten uns auf den Weg zum Dafeng Naturreservat. Zum wiederholten Male bekamen wir die äußerst beeindruckenden Dimensionen Chinas vor Augen geführt. Die auf der Karte noch durchaus komfortabel anmutende Entfernung nach Dafeng, entpuppte sich als 5 stündiger „Katzensprung“. So langsam gewöhnten wir uns jedoch inzwischen an chinesische Entfernungen. Die Region um Dafeng mit einer ausgeprägten 112 km langen Küstenregion war eines der Hauptzentren der Salzproduktion in China und ist inzwischen bekannt für die zahlreichen Nationalparks, insbesondere des größten Nationalparks für den in freier Wildbahn ausgestorbenen Davidshirsch (auch Milu genannt). Im Rückraum des Küstenstreifens befinden sich über 800000 ha an Feuchtgebieten mit einem enormen Artenreichtum an verschiedensten Insekten, Fischen, Säugern und Millionen an Zugvögeln.

Eine Herde Milos

Eine Herde Milos

Das Yancheng Dafeng Milu National Nature Reserve wurde speziell gestaltet um den in ursprünglich in China ausgestorbenen Davids Hirschen eine neue Heimat zu geben. Neben den Hirschen beheimatet das Reservat verschiedene gefährdete Tier und Pflanzenarten, vor Allem seltene Kraniche, Insekten und Fische.

Das Reservat beheimatet auch seltene Vogelarten

Das Reservat beheimatet auch seltene Vogelarten

Der Davidshirsch oder Milu (Elaphurus davidianus) ist eine Säugetierart aus der Familie der Hirsche  (Cervidae). Ursprünglich im östlichen Asien beheimatet, ist er in freier Wildbahn seit mehreren hundert Jahren ausgerottet und konnte nur durch Haltung in einem kaiserlichen Park von Peking und später in europäischen Wildgehegen überleben. Die ursprüngliche Verbreitung des Davidshirsches war lange Zeit unbekannt. Jüngere Fossilfunde zeigen, dass er im Pleistozän  noch nahezu in ganz China, sowie in Korea und Japan vorkam. Als vermeintliches Aussterbedatum des Davidshirsches in freier Wildbahn findet man immer wieder das Jahr 200 n. Chr. Wie auch immer die Überlieferung dieses Datums zustande gekommen ist, heute gilt als gesichert, dass Davidshirsche sehr viel länger überlebten.

Davids Hirsch beim abkühlen

Davidshirsch beim abkühlen

Nach Angaben des chinesischen Forschers Xia Jingshi lebten die letzten Herden wohl während der Ming-Dynastie, und die verbliebenen Einzelhirsche wurden im 17. oder vielleicht auch im 18. Jahrhundert getötet. Unbestätigten Berichten zufolge wurden noch im 19. Jahrhundert auf der Insel Hainan zwei Felle gefunden. Nachdem das Aussterben in China bekannt geworden war, entschieden sich alle Zoos, die Davidshirsche hielten, ihre Tiere in die Obhut des Herzogs von Bedford (England) zu geben, der verschiedenste exotische Hirscharten in seinen Gärten bei Woburn Abbey nördlich von London hielt und erfolgreich züchtete. 18 Exemplare stellten den weltweiten Restbestand dar. Hiervon waren ein Hirsch und fünf Hirschkühe noch fortpflanzungsfähig. Die kleine Herde, für die ein Internationales Zuchtbuch eingerichtet wurde, war ausgesprochen fruchtbar. Sie umfasste 1914 bereits neunzig Tiere und war 1946 auf dreihundert Hirsche angewachsen. Kleine Zuchtgruppen wurden auf verschiedene Zoos verteilt und züchteten überall erfolgreich. 1956 erhielt der Zoo von Peking fünf Davidshirsche.

Umfangreiche Schmetterlingssammlung im Reservat

Umfangreiche Schmetterlingssammlung im Reservat

Erst 1985 wurden 39 Davidshirsche in ihrer ursprünglichen Heimat in das Dafeng Milu Naturreservat ausgewildert. Heute gibt es ausgewilderte Davidshirsche auch im Beijing Milu Park bei Peking. 2005 bestand die Weltherde aus 1.300 Exemplaren, von denen rund 1.000 in China leben. Daraufhin wurde das Zuchtbuch eingestellt. Die IUCN listet den Davidshirsch als in freier Wildbahn ausgestorben (extinct in the wild). Am Abend verließen wir das Reservat in Richtung Yangzhou, unserem nächsten Reiseziel.

Fragen nach dem Weg...

Fragen nach dem Weg...

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